Kontinenztraining

Kontinenztraining

Für Frauen und Männer bei Harn- und Stuhlinkontinenz.

Störungen der Beckenbodenfunktion tragen dazu bei, dass die Kontrolle über die Ausscheidung beeinträchtigt ist. Ein konventionelles Beckenbodentraining ist im Ergebnis häufig ungenügend. Häufig fällt es schwer, den eigenen Beckenboden zu lokalisieren, andere benachbarte Muskeln wie die Bauchmuskeln werden stattdessen oder gleichzeitig angespannt. Dadurch wird der Druck auf die Blase meist noch zusätzlich erhöht.

Wie hilft EMG-Biofeedback, die Kontinenz zu verbessern?

Mit der Rückmeldung durch ein therapeutisch begleitendes EMG-Biofeedback können diese Übungen besser erlernt und verfestigt werden. Bei einem EMG (Elektromyografie) wird die Muskelspannung gemessen. Hierbei arbeiten wir mit einer zweikanaligen Ableitung sowohl des Beckenbodens wie auch der Bauchmuskeln. Am Bildschirm sieht der Patient anhand einer Amplitude die Stärke der Muskelkontraktion. Durch visuelle und auditive Signale kann der Patient die Kontrolle über die Intensität seiner Muskelkontraktionen des Beckenbodens erlernen, während gleichzeitig die Entspannung der Bauchmuskeln geübt wird.
Der Patient lernt von Anfang an mit Hilfe des Therapeuten eine sukzessive Anhebung der Stärke und Dauer der Willkürkontraktion des Beckenbodens. Im Laufe des Trainings werden dabei auch verschiedene Herausforderungen des Alltags geübt, wie Lachen, Husten, Bücken, Heben etc., je nach Ihrer individuellen Problemstellung.

Die Vorteile der Behandlung bei Inkontinenz, mit vom Therapeuten begleitetem EMG-Biofeedback, sind eine gezieltere Behandlung, schnellere und vor allem anhaltende Erfolge. Fehler können korrigiert und Schwerpunkte nach Bedarf verlagert werden. Der Patient erhält wieder mehr Lebensqualität.

Auch bei älteren Menschen ist das Kontinenztraining mit EMG-Biofeedback durchaus noch eine Erfolg versprechende Behandlungsalternative.
Unterstützend zur Therapie mit EMG-Biofeedback wenden wir auch Übungen auf dem Schwingungsgerät an. Dadurch wird die Muskelfunktion und Muskelkraft des Beckenbodens zusätzlich effektiv trainiert.
Ein weiteres Ziel der begleitenden therapeutischen Behandlung ist, das Trink- und Miktionsverhalten zu verbessern, Vermeidungstendenzen, sowie dysfunktionale Verhaltensweisen zu mindern und das Füllvolumina der Blase zu erhöhen, sowie die Einweisung in den Gebrauch ambulanter Heimgeräte.